Mexiko-Stadt II: Kulinarische Highlights & Nahverkehr

Mexiko Stadt – Willkommen im Schlemmertempel!

Mexiko-Stadt ist ein Schlemmerparadies und hat wahrhaftig mehr zu bieten als Tequila, Tacos und Burritos! – Letztere gibt’s im Übrigen hauptsächlich in den Touristengegenden und sind vorwiegend bei den gringos (ugs.: Touristen aus den USA) beliebt. Das Essen in Mexiko ist natürlich nicht (nur) scharf – wie beim Mexikaner um die Ecke – sondern vor allem eines: unheimlich lecker! Hinzu kommt, dass es sehr vielseitig ist  – je nach Spezialität des jeweiligen Bundesstaates. In Mexiko-Stadt haben es mir insbesondere die Straßenimbisse angetan, wo quesadillas, tacos und tortillas für wenige Pesos auf der Hand serviert werden. Nach einem derartigen Gaumenschmaus gönnen sich die Mexikaner dann oft noch einen süßen pancake oder einen churro (Fettgebäck in der Form eines länglichen Krapfens) auf die Hand, wobei der churro hier nicht wie bei den Spaniern mit Extra-Schokolade serviert wird, sondern die verschiedenen Cremes direkt in den Krapfen reingespritzt werden. Außerordentlich köstlich!

Doch wer denkt, es gehe in der Metropole nicht auch etwas gesünder zu, der täuscht sich. Neben Quesadillas und Churro-Wagen findet man auch immer den jugos y licuados – Stand. Die frisch gepressten Säfte und Shakes sind dabei nicht nur günstig, sondern auch verdammt frisch, lecker & vor allem gesund. Ob Ananas, Papaya, Melone, Banane oder Sellerie und Möhre, ich bin zum täglichen Stammgast geworden, besonders weil immer auf die Kundenwünsche eingegangen wird!! Zudem sind die Verkäufer stets zu einem Plausch bereit. Und auch wenn die Sprache mal nicht mitspielt, geht’s durchaus mit Händen und Füßen. Besonders fasziniert hat mich in dieser Metropole neben dem Essen auch die Tatsache, dass gefühlt JEDER Mexikaner, dem ich begegnet bin und in ein Pläuschchen verwickeln konnte, – egal ob Saftpresser, Taxifahrer oder Geschäftsmann – eine wirklich fundierte Meinung zur politischen Situation im Land hatte. Und vor allem auch darüber reden wollte!!! Und genau das, stimmte mich – neben all den ungeheuerlichen Medienberichten über den Drogenkrieg und den aufgebrachten, doch friedlichen Protesten, die ich tagtäglich in der Stadt erlebte, – zuversichtlich.

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Fruit vendor, Mexico City 2016

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Fruit and vegetable market in Mexico City

Doch zurück zum Essen. Die Vielfalt und das Angebot einer guten Küche in Mexiko-Stadt sind unglaublich. Daher werde ich keine Tipps zu den besten & hippsten Restaurants geben, denn die ändern sich stetig und die Liste findet man schnell im Netz und ist zudem unerschöpflich. Meine persönlichen Favoriten und kulinarischen Institutionen (!) in der Innenstadt (colonia centro) möchte ich euch aber nicht vorenthalten : )

Kulinarische Highlights in Colonia Centro

Sehr gutes und vor allem ein reichhaltiges & günstiges Angebot an Streetfood (ugs.: antojitos) bekommt man an den Straßenimbissen an der Metro-Station Hidalgo (direkt vor dem Alameda Park).

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Street food in Mexico, Mexico City 2016

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Open 24 hours a day, fruit stall in Hidalgo

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Stray dog eating a quesadilla, Mexico City 2016

Wer hochwertige mexikanische Spezialitäten zu einem relativ vernünftigem Preis, aber vor allem mit einer grandiosen Aussicht haben möchte, dem empfehle ich den Balcón del Zócalo Balcon del Zocalo, mit direktem Blick auf den Zócalo und die Kathedrale.

Mein persönliches Highlight und Stammlokal im Zentrum ist jedoch eine vegetarische, mexikanisch-deutsche Fusionsküche, Restaurante Vegetariano Motolinia. Dieses Restaurant in der 1. Etage in der kleinen Straße Motolinia (Calle de Motolinia 31), bietet all you can eat in Buffetform. Das ist ein wirklicher Geheimtipp, denn zur Mittagszeit ist es hier zwar rappelvoll, aber es gibt kaum Touristen, die sich in diesem versteckten Restaurant verirrt haben. Die Speisen wechseln täglich. Besonders zu empfehlen sind die Chiles En Nogada (Chillies mit Walnusssauce – quasi die Nationalspeise, hier mit Tofu angerichtet) und die kühlen Fruchtvorsuppen, die es u.a. mit frischer Mango, Guave oder Tamarinden gibt. Das komplette Menü („Fruchtwasser“, Vorspeise, Hauptgericht, Salatbar & Obstbar) gibt’s in der Woche für unter 5 Euro – dieser Preis ist wirklich unschlagbar! Einziges Manko: die Öffnungszeiten (Mo-So 12:00– nur 18:00 Uhr) !!!

Um den Abend bei einem Drink ausklingen zu lassen, empfehle ich im Zentrum die rooftop bar des Hotels Downtown Mexico Downtown Mexico (Calle Isabel la Catolica 30). Die Drinks sind recht teuer, aber Blick und Atmosphäre lohnen. Außerdem gibt’s einen Pool zur Abkühlung : )

Mexikos öffentlicher Nahverkehr – Gruppenkuscheln und allerlei Gedränge

Neben all‘ den positiven Eindrücken, kommt nun aber doch etwas, das ich jedem Mexiko-City Besucher ans Herz legen möchte. Ja, es ist das Transportsystem! – dabei meine ich insbesondere das Metro-Netz, was in der Hauptstadt wirklich sehr gut ausgebaut ist.

Es gibt separate Frauen und Männer-Wagons in der Metro und auch wenn ich mich zuerst dagegen gesträubt habe diese zu benutzen (denn ich bin generell eine VerfechterIn der Ursachen- und nicht der reinen Symptombekämpfung), macht es Sinn sich als Frau – zumindest zur Rush Hour – im Frauenwagon fortzubewegen. Und das nicht nur weil auch in der mexikanischen  Hauptstadt der Machokult omnipräsent ist und man gerade im dichten Gedränge der Metro gerne begrabbelt wird oder zumindest recht schnell eine Hand auf dem Allerwertesten zu spüren bekommt. Sondern vor allem, weil die Frauenwagons oft nicht so überfüllt sind wie die restlichen Wagen! Denn gerade zur morgendlichen Rush-Hour wird sich gern mit Ellenborgen durchgesetzt, um Zutritt zum restlos überfüllten Wagon zu erhaschen. Spätestens hier wird dann wieder klar: Mexiko City ist eine gewaltige Metropole!!! Und wenn man dann bereits 3 Züge vorbeiziehen lassen musste und stark frustriert ist, hat man eben die besten Chancen im Frauenwagon (natürlich nur als Frau, Kind oder Greis!!) weiterzukommen. Diesen Tipp rate ich aber inständig den Männern nicht zu befolgen, denn die mexikanischen Bahnaufseher verstehen dabei keinen Spaß!

Man kommt als Tourist aber sehr leicht, um das kuschelige Verkehrsproblem herum. Wer die Stadt nicht zu Fuß erkunden will, kann das nämlich mit dem Fahrrad tun. Denn um dem Übergewicht des Durchschnittsmexikaners den Kampf anzusagen, hat die Stadtverwaltung ein Programm aufgesetzt. So werden an jedem Sonntagmorgen für einige Stunden die Straßen in der Innenstadt gesperrt und die Mexikaner angehalten Fahrrad oder Inliner zu fahren oder einige Runden zu joggen. Und von diesem Privileg profitieren auch die Besucher : ) So kann man sich an allen Touristenpunkten gegen einen Ausweis oder Reisepass für ein paar Stunden kostenlos ein Fahrrad ausleihen. Auch als Tourist! Das Fahrrad muss allerdings vor 17 Uhr am selben Ort wieder abgegeben werden. Wer das nicht will, kann auch auf das kostenpflichtige Ecobici zurückgreifen, was es mittlerweile auch in Mexiko City gibt und an fast allen zentralen Punkten ausgeliehen bzw. zurück gegeben werden kann. Ich selbst habe mit dem Ecobici jedoch sehr schlechte Erfahrungen gemacht – das heißt natürlich nicht mit dem Fahrrad an sich (denn das ist eine super Sache!), sondern mit dem Service dieses Unternehmens, was sich in puncto Kundenfreundlichkeit als Albtraum herausgestellt hat. Aus diesem Grund rate ich persönlich vom Ecobici ab!

Ansonsten gibt es neben den herkömmlichen Taxen in Mexiko-Stadt auch noch Uber, den Online-Vermittlungsdienst, der Fahrgäste an private Fahrer mit eigenem Auto vermittelt. Die App hat man super schnell auf dem Smartphone installiert und der Service funktioniert super. Und da in Mexiko-Stadt, wie in jeder anderen größeren Stadt auch, Touristen – insbesondere die, ohne Orts- und Sprachkenntnisse – gerne mal etwas höher oder doppelt abgerechnet werden, lohnt sich Uber. Denn hier stehen die Preise von Anfang an fest. Generell sollte man in der trubeligen Haupstadt jedoch versuchen, die Autofahrerei zu vermeiden. Die Umwelt dankt es : ) Denn obwohl es mittlerweile für die Bewohner „Zwangspausen“ (fixe Tage, an denen man sein Auto in der Stadt nicht fahren darf) gibt, staut es sich zur Rush-Hour in der City gewaltig an. Eine Autofahrt wird dann zur versifften Staufahrt. Dann kann es schon mal passieren, dass man zwei, drei Stunden von A nach B braucht, während der Rest luftig & fröhlich mit Rad, Inlinern, zu Fuß oder in der übervollen Metro an bzw. unter einem vorbei zieht.

walk

Walking is the best way to discover Mexico City : )

Tja, die Stadt ist trotz aller bekannten Schwierigkeiten sehr zukunftsorientiert. Mich hat das Mexiko City Fieber jedenfalls eindeutig gepackt und ich bin mit Sicherheit bald wieder zurück.

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8 Gedanken zu “Mexiko-Stadt II: Kulinarische Highlights & Nahverkehr

  1. … einen – wie ich meine – noch schöneren Ausblick auf das Treiben auf dem Zócalo hat man von der Dachterrasse des Majestic. Etwas höher und keine 80 m östlicher vom Balcón del Zócalo gelegen. Schon der Eintritt in die Halle des Traditionshotels ist ein Erlebnis.

    Churros – ich glaube, die gönne ich mir mal wieder, wenn ich gleich in die Altstadt gehe, *schmunzel.

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  2. Hallo Antje, Respekt zu den prima Texten und den phantastischen Fotos! Besonders gelungen fand ich die „Porträts“ dieses Beitrags. Hast du die machen lassen oder per Selbstauslöser gezaubert? Bei Letzterem – nochmals Respekt, sehr tricky.

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      1. Trotzdem eine sehr gelungene Lichtführung. Ich beschäftige mich zwar gerne mit der Fotografie, auf Reisen jedoch bin ich mit solchen Details eher nachlässig und ich habe auch nur ein kleines, sehr kompaktes Blitzgerät dabei. Um so bemerkenswerter so etwas in einem Reiseblog zu sehen.

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